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Börsenexperte Sören Weigelt berät Sie gerne rund um die Themen Börse, Aktien und Co. Schreiben Sie uns!

Fast 40 Prozent von der Spitze haben die wichtigsten Aktienindizes in den vergangenen Wochen verloren. Das ist keine Korrektur mehr, es ist der komplette Zusammenbruch der Märkte. Solche Implosionen stellen grundsätzlich immer eine Investmentgelegenheit dar. Bereits in der zurückliegenden Woche begann vollkommen unbemerkt der Versuch einer Bodenbildung. Die Börsenumsätze halbierten sich im Vergleich zu den 4 Paniktagen, der Abgabedruck ließ nach.  Parallelen zum Verlauf 2009 (Finanzkrise/Schweinegrippe) waren unübersehbar. Zum damaligen Zeitpunkt wurde auch mit vielen Millionen Grippetoten gerechnet und wir hatten den Zusammenbruch von Lehman noch im Gepäck. Niedrige Zinsen und Rettungspakete sollten die Ängste mildern sowie den konjunkturellen Schaden beheben. Damals wie heute kam die wirtschaftliche Aktivität aus verschiedenen Gründen fast vollkommen zum Erliegen. Jetzt wird gerade alles darauf vorbereitet, dass wir 2 bis 3 Monate wirtschaftliche Inaktivität überstehen. Die geplanten Hilfspakete übersteigen in der Summe die erwarteten Ausfälle und fachen bei einer möglichen Kontrolle über das Virus einen späteren Aufschwung an. Im Gegensatz zu früher hilft die weit fortgeschrittene Digitalisierung der Industrie in einigen Branchen. Hier wird weiter über das Internet Geld verdient. Diese kleinen Lichtblicke ermöglichten gestern ein historisches Kursfeuerwerk. Erste Käufe trafen auf einen vollkommen leergefegten Markt. Mutige Unternehmensbosse kauften zudem im ganz großen Stil Aktien von Firmen wie Lufthansa und Heidelberger Cement. Sie schauen über den Tellerrand und denken um die Ecke. Erfahrung zahlt sich in so einer Situation immer aus und sie gehen mit gutem Beispiel voran. Börse war, ist und bleibt unlogisch. Trotz vieler schlechter Neuigkeiten zur Pandemie gab es jetzt diese Kursexplosion. Es wird auch wieder Rückschläge und Korrekturen geben. Ein Anfang ist gemacht und jetzt haben wir einen ganz starken Boden zwischen 8.200 bis 9.000 beim DAX. Für alle absoluten Schwarzseher sei auch nochmal gesagt, egal welches Szenario in Zukunft eintritt, Sachwerte, wie Aktien, Rohstoffe und Immobilien sind Trumpf. Bargeld wäre so oder so der große Verlierer. Bei einem Zusammenbrechen des Wirtschaftssystems müssten wir uns auf große Unruhen und eine Währungsreform einstellen. Bargeld ist dann wertlos und Sachgüter hätten in einer neuen Währung zumindest wieder einen Preis. Schwache Tage bleiben Kauftage, wir halten an jeder Aktienanlage fest.

Rohstoffe mit kleinem Comeback

Edelmetalle und Industrierohstoffe konnten ebenfalls von den getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen profitieren. Gold hielt sich zuletzt noch am stabilsten und schwenkt jetzt bereits erneut in den Aufwärtstrend ein. Nach dem Ausverkauf bei Öl sowie Silber setzt nun die überfällige Erholung ein. Hand in Hand sollte es mit den Aktienmärkten unter starken Schwankungen Schritt für Schritt nach oben gehen. Zudem bleiben wir aus Streuungsgesichtspunkten an Bord.

Bund Future ist angeschlagen

Der Rentenmarkt konnte von der ganzen Panik nur kurz profitieren. Es ist in jeder Hinsicht ein gutes Zeichen. Geld wandert von Anleihen zu Aktien. Am langen Ende sehen wir außerdem einen leichten Zinsanstieg, was als positives Konjunktursignal zu verstehen ist. Die jetzt noch gigantischere Gelddruckerei wird Bargeldbesitzer weiter entwerten. Wir warten gespannt auf die überfällige Zinswende.

Zum Autor: Sören Weigelt verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie. Seine Leidenschaft ist die Börse. Bevor er die Mitteldeutsche Vermögensberatung Weigelt & Co. GmbH gegründet hat, war er von 2006 bis 2011 als Vermögensverwalter und zusätzlich zwischen 2006 und 2008 als Mitglied des Vorstandes der Adlatus AG tätig. In den Jahren 2002-2006 verantwortete er als Geschäftsführender Gesellschafter die Vermögensverwaltung in der Adlatus GmbH. Er ist Mitbegründer der Adlatus GmbH. Als Wertpapierspezialist bei der HypoVereinsbank AG in Chemnitz betreute er von 1997-2002 ein Kundenvermögen von EUR 100 Mio. Zusätzlich war er zwischen 2000 und 2002 als Leiter der Wertpapierabteilung sowie als Stellvertretender Leiter der Vermögensanlage Sachsen tätig. Er führte ein Team von 40 Mitarbeitern in verschiedenen Filialen. Eine Auszeichnung als einer der erfolgreichsten Individualkundenbetreuer erfolgte im Jahre 2000 in Form eines Auslandsaufenthalts bei der HypoVereinsbank AG in New York. Sören Weigelt begann seine Karriere nach Abschluss der Lehre zum Bankkaufmann als Kundenberater (1991-1993) und im Anschluss als Individualkundenbetreuer (1995-1997) in der Bayerische Vereinsbank AG. Sören Weigelt verfügt über einen Abschluss der Bankakademie Frankfurt/M. als geprüfter Bankfachwirt. Er ist auch Vortragsredner und Kolumnist.

 

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