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Börsenexperte Sören Weigelt berät Sie gerne rund um die Themen Börse, Aktien und Co. Schreiben Sie uns!

Die politischen Emotionen im neuen Nahostkonflikt kochten nur für wenige Tage hoch. Für das mögliche Ausmaß hielten sich die Aktienmärkte absolut schadlos. So eine relative Stärke habe ich selten gesehen. Der Fehdehandschuh ist geworfen und damit bleibt ein zusätzliches theoretisches Risiko natürlich bestehen. Daraus resultiert dann eine mögliche Gefahr, die auf historischem Topniveau immer größere Auswirkungen hat als in einem bereits bereinigten Markt. Wir werden damit leben müssen. Aus Aktiensicht hat jetzt zudem der wichtigste Aspekt das Ruder der Aufmerksamkeit übernommen, die Berichtssaison. Alle Unternehmen stehen auf dem Prüfstand und werden umfangreiches Zahlenwerk über den Geschäftsverlauf der vergangenen drei Monate zum Besten geben. Kleinste Enttäuschungen sind bei diesen Kurshöhen nicht erlaubt und würden gnadenlos abgestraft. Noch entscheidender werden die Ausblicke der Unternehmensbosse für die zukünftige Entwicklung. Der Markt braucht Perspektiven für die Einpreisung von Zielen. Aus technischer Sicht ist der Deutsche Aktienindex mit und ohne Iran kurzfristig überkauft. Jetzt können holprige Wochen vor der Türe stehen. Ein Luftholen in Form eines Rücksetzers wäre wünschenswert. Das Tempo aus 2019 lässt sich linear nach oben nicht fortsetzen. Wir bekämen eine ungesunde Überhitzung und müssten diese teuer bezahlen. Korrekturkurse in der nächsten Zeit würden Rückkaufkurse darstellen. Dafür wurde Liquidität aufgebaut. Auf Grund der Zinssituation und der Bewertung würde nach einem Rückgang erhebliches Potential auf der Oberseite herrschen, was uns noch einige Jahre begleiten kann.

Der Hafen für die kommenden Wochen

Wegen der Unruhen im Nahen Osten schossen die Notierungen der Edelmetalle sowie der Ölpreis durch die Decke. Diese kurzfristige Übertreibung muss korrigiert werden. Ansonsten haben wir es hier mit einem absolut gesunden Trend seit fast zwei Jahren, zu tun. Zwei Schritte hoch und einer zurück, es läuft wie im Bilderbuch. Insgesamt befinden wir uns hier noch in einem sehr frühen Stadium, die positive Entwicklung sollte uns noch etliche Zeit erhalten bleiben. Eine Verstärkung dieses Sektors bleibt sinnvoll. Beim Öl sehe ich weiteres Potential, ziehe aber die Edelmetalle vor.

Gefangen auf Extremniveau

Die Anleihen konnten von der Angst der Anleger noch einmal profitieren und der Bund-Future kletterte über 172 Punkte. In den Köpfen der EZB-Banker findet ein Umdenken statt. Sie wollen weg vom Negativzins, finden bisher aber keine brauchbare Lösung. Nicht einmal Nobel-Preisträger können einen machbaren Fahrplan aus der Schublade zaubern. Das lange Ende (10 Jahre) bei den Bundesanleihen wird seinen eigenen Weg gehen und das heißt Zinsanstieg. Für dieses Jahr stellt diese Wette, die interessanteste dar.

Zum Autor: Sören Weigelt verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie. Seine Leidenschaft ist die Börse. Bevor er die Mitteldeutsche Vermögensberatung Weigelt & Co. GmbH gegründet hat, war er von 2006 bis 2011 als Vermögensverwalter und zusätzlich zwischen 2006 und 2008 als Mitglied des Vorstandes der Adlatus AG tätig. In den Jahren 2002-2006 verantwortete er als Geschäftsführender Gesellschafter die Vermögensverwaltung in der Adlatus GmbH. Er ist Mitbegründer der Adlatus GmbH. Als Wertpapierspezialist bei der HypoVereinsbank AG in Chemnitz betreute er von 1997-2002 ein Kundenvermögen von EUR 100 Mio. Zusätzlich war er zwischen 2000 und 2002 als Leiter der Wertpapierabteilung sowie als Stellvertretender Leiter der Vermögensanlage Sachsen tätig. Er führte ein Team von 40 Mitarbeitern in verschiedenen Filialen. Eine Auszeichnung als einer der erfolgreichsten Individualkundenbetreuer erfolgte im Jahre 2000 in Form eines Auslandsaufenthalts bei der HypoVereinsbank AG in New York. Sören Weigelt begann seine Karriere nach Abschluss der Lehre zum Bankkaufmann als Kundenberater (1991-1993) und im Anschluss als Individualkundenbetreuer (1995-1997) in der Bayerische Vereinsbank AG. Sören Weigelt verfügt über einen Abschluss der Bankakademie Frankfurt/M. als geprüfter Bankfachwirt. Er ist auch Vortragsredner und Kolumnist.

 

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