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Börsenexperte Sören Weigelt berät Sie gerne rund um die Themen Börse, Aktien und Co. Schreiben Sie uns!

Bis zum vergangenen Freitag hatten wir einen Großteil der Corona-Risiken an der Börse eingepreist. Über das Wochenende kam aus dem Nichts ein weiterer schwerer Nackenschlag hinzu. Saudi-Arabien zettelt in einem mehr als verunsicherten Markt noch einen Ölkrieg an. Kein Investor dieser Welt konnte dies wissen, leider auch ich nicht. Diese Karte wurde unter Umständen bewusst gespielt, um die Welt ins Wanken zu bringen. Der Ölpreis brach in der Spitze um 33 Prozent ein und markierte einen der traurigen Weltrekorde vom letzten Montag. Viele Staaten und Unternehmen brauchen dagegen einen Stand beim Schwarzen Gold von 60 USD, damit Verpflichtungen sowie Investitionen eingehalten werden können. Nach dem Ölpreiscrash gerieten diese Marktteilnehmer in Panik und verkauften im großen Stile Aktien zum Stopfen der drohenden Defizite. Den verschiedenen Indizes kostete der Ausverkauf zwischen 5 bis 9 Prozent Tagesverlust. Unser Angstbarometer, der V-DAX, explodierte um 52 Prozent auf 62 Zähler. Montag, der 09.03.2020 hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert, wir wurden traurige Augenzeugen von einem echten Crash. Bei aller berechtigten Angst und Sorge muss jetzt ein klarer Kopf her. Die zurückliegenden Pandemien kosteten die Börsen im Durchschnitt 15 Prozent Kursverlust. An der Schweinegrippe im Jahre 2009 starben bedauerlicherweise fast 20.000 Menschen, bei Corona sind es aktuell um die 4.000. In der Dekade 2017/2018 mussten allein in Deutschland 25.100 Menschen ihr Leben an einer normalen Grippe lassen. Können Sie sich an eine ähnliche Hysterie erinnern? In China beginnen die Menschen in Wuhan heute wieder mit der Arbeit, die Neuinfektionen liegen derzeit auf einem kaum noch bemerkbaren Niveau. Trotzdem legt der Rest der Welt das öffentliche sowie wirtschaftliche Leben lahm. An dieser Stelle ist jetzt die Politik gefordert, die in Deutschland erneut nur tatenlos zuschaut. Konjunkturpakete und Steuererleichterungen müssen her. Andere Länder machen es vor, die Notenbanken greifen zudem unterstützend ein. Die Ölkrise kann mit neuen Gesprächen schnell entschärft werden, die Russen stehen mit dem Rücken zur Wand und sind gerade eben zu einem Treffen bereit. Ich stimme Sie auf schwere Wochen ein, hier liegt aber auch eine einmalige Chance. Der Markt muss jetzt ein Gleichgewicht, einen Boden finden. Dies nimmt Zeit in Anspruch, geschieht zum Teil unter extremen Schwankungen. Wir Deutschen sind die größten Angsthasen, es bleibt die Gefahr eines nochmaligen Durchrutschens. Ein DAX im vierstelligen Bereich, ist nicht auszuschließen. Verkäufe machen jetzt keinen Sinn mehr, an schwarzen Tagen müssen wir auf die Käuferseite. Nach solchen Krisen legten die Indizes in den darauffolgenden 24 Monaten um 55 bis 83 Prozent zu. Eine Rezession ist wahrscheinlich geworden, diese preisen die Börsen gerade ein. Demnächst kommt der Blick über den Tellerrand, die Märkte nehmen die Entwicklungen der kommenden 6-12 Monate vorweg. Fast alle Investitionen, die derzeit wegen Corona wegfallen, werden nachgeholt. Dies ist die riesengroße Phantasie für die Zukunft, der nächste Aufschwung ist vorprogrammiert.

Rohstoffe zweigeteilt

Alle Industrierohstoffe verloren auf breiter Front durch aufkommende Rezessionsängste. Öl erlebte, wie oben beschrieben, einen der größten Abstürze in der Geschichte. Hier macht ein Einstieg Sinn. Bei den Edelmetallen konnten wir einmal durchatmen. Gold verteidigt das hohe Niveau, Silber klettert über 17 USD. Für die kommende Zeit werden hier keine Änderungen getroffen, wir bleiben selbstverständlich dabei.

Anleihen gestürmt

Bei den festverzinslichen Anleihen ging es zu, wie bei den Desinfektionsmitteln. Es wurde gekauft auf Teufel komm raus, ohne Sinn und Verstand. Auch hier gab es beim Bund-Future einen neuen Rekord, obwohl es keinerlei Zinsen gibt. Mittlerweile hat sich die Situation etwas beruhigt, das Zinsbarometer verlor 200 Basispunkte. Diesem Treiben schauen wir lediglich zu und verharren auf der Gegenseite.

Momentan muss man den Markt permanent neu Analysieren. Wir übernehmen diesen Job für Sie! Schreiben Sie uns einfach!

 

Zum Autor: Sören Weigelt verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie. Seine Leidenschaft ist die Börse. Bevor er die Mitteldeutsche Vermögensberatung Weigelt & Co. GmbH gegründet hat, war er von 2006 bis 2011 als Vermögensverwalter und zusätzlich zwischen 2006 und 2008 als Mitglied des Vorstandes der Adlatus AG tätig. In den Jahren 2002-2006 verantwortete er als Geschäftsführender Gesellschafter die Vermögensverwaltung in der Adlatus GmbH. Er ist Mitbegründer der Adlatus GmbH. Als Wertpapierspezialist bei der HypoVereinsbank AG in Chemnitz betreute er von 1997-2002 ein Kundenvermögen von EUR 100 Mio. Zusätzlich war er zwischen 2000 und 2002 als Leiter der Wertpapierabteilung sowie als Stellvertretender Leiter der Vermögensanlage Sachsen tätig. Er führte ein Team von 40 Mitarbeitern in verschiedenen Filialen. Eine Auszeichnung als einer der erfolgreichsten Individualkundenbetreuer erfolgte im Jahre 2000 in Form eines Auslandsaufenthalts bei der HypoVereinsbank AG in New York. Sören Weigelt begann seine Karriere nach Abschluss der Lehre zum Bankkaufmann als Kundenberater (1991-1993) und im Anschluss als Individualkundenbetreuer (1995-1997) in der Bayerische Vereinsbank AG. Sören Weigelt verfügt über einen Abschluss der Bankakademie Frankfurt/M. als geprüfter Bankfachwirt. Er ist auch Vortragsredner und Kolumnist.

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