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Seit Jahren plagen sich deutsche Anleger mit diesem etwas abgewandelten Song herum. Nach der Wiedervereinigung gab es ein noch nicht dagewesenes Luxusprogramm, dass locker “All Inclusive” genannt werden wollte. Selbst bei kurzfristigen Anlagen konnte bei einer 10 vor dem Komma ein unvergleichliches, sicheres Einkommen mit Geldanlegen dazu verdient werden. Da wurde beim verwöhnten deutschen Investor nach einem Rückgang auf 5 Prozent über die folgenden Jahre schon gehörig die Nase gerümpft.

Wie froh wäre heute die Anlegergemeinde bei solch utopisch klingenden Zinsen. Schlangen würden sich vor den Kreditinstituten bilden und Überstunden der Banker wären an der Tagesordnung. Die Realität sieht anders aus: Nullzinsen und Anlegerfrust sorgen für leere Schalterhallen bei deutschen Geldhäusern. Zins ist der Preis für Geld. Seit Ausbruch der Finanzkrise ließ der ständige Druck von frisch gedrucktem Geld das Überangebot an „wertlosem” Papiergeld immer weiter steigen. Niedrigstzinsen sind also auch ein Ausdruck einer gewissen Substanzlosigkeit. Weil viele Volkswirtschaften massiv schwächeln und es nach wie vor trotz Milliardenhilfen an allen Ecken brennt, stecken die Notenbanken in einem großen Dilemma. Geld muss um fast jeden Preis billig bleiben, damit das Finanzsystem weiter funktioniert. Davon sind vor allem Europäer und Japaner betroffen. In den Vereinigten Staaten wird zuerst an der Zinsschraube nach oben gedreht.
Wir werden uns noch lange mit kaum nennenswerten Anlagezinsen herumschlagen müssen. Eine Zinswende wird ganz von allein kommen und bei den langen Laufzeiten, die ausschließlich am Kapitalmarkt durch Angebot und Nachfrage bestimmt werden, beginnen. Notenbanken haben nur Einfluss auf die Kurzfristzinsen und ziehen entsprechend mit Verzögerung nach. Wie Sie liebe Leser wissen, verteuern dann die Banken natürlich zuallererst die Kreditsätze, ehe viel später bei den Einlagenzinsen unverhältnismäßig nachgebessert wird. Diese lang anhaltende Durststrecke braucht Alternativen, damit keine private Geldvernichtung stattfindet. Beispielsweise führt ein aktives Depotmanagement zu einem langfristigen Wertzuwachs. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bis zum nächsten Mal eine ertragreichere Zeit.

Ihr Sören Weigelt
www.mvbw-gmbh.de

Kolumne-August

Quelle: 22.08.2015, WochenEndspiegel, mit freundlicher Genehmigung des Mediums.

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