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In seinen Marktkommentaren fasst Börsenexperte und Geschäftsführer Sören Weigelt das aktuelle Geschehen an den Finanzmärkten zusammen und ordnet diese ein.

Die letzten Tage brachten größere Verwerfungen und Schwankungen zu Tage, als das komplette vergangene Jahr. Mit der permanenten Vorsicht lagen wir goldrichtig, jetzt öffnen sich die Schleusen und die Kurskorrektur ist da. Der Dow Jones schoss den Vogel mit einem Tagesverlust von ungefähr 5 Prozent ab, das gab es ewig nicht. Am darauffolgenden Tag wurde die Hälfte davon wieder aufgeholt.

Wie geht es weiter?

Genau weiß es keiner. Dieses Mal kommen Kreditkäufe von Aktien in den USA mit historischem Rekordniveau, ETF- sowie Kryptoblase und Zinswende zusammen. Es ist ein wirklich gefährlicher Mix, der so noch nie da war. Jetzt skizziere ich die höchste Wahrscheinlichkeit.

Vorsicht walten lassen, die nächste Phase kommt!

Normalerweise verläuft eine Korrektur fast immer in 3 Wellen. Die erste haben wir hinter uns. In diese hinein gibt es kräftige Erholungen, bei denen viele Börsianer denken, das Schlimmste liegt bereits hinter uns. Die zweite und dritte Welle verkauft diese großen Anstiege kräftig ab. Bei der finalen Abwärtsbewegung kommt dann Panik und Kapitulation ins Spiel. Die Notenbanken werden versuchen, dagegen anzukämpfen aber ihnen sind die Hände gebunden. Oft werden Ziele erreicht, die man sich am Anfang nicht vorstellen kann.

Die Korrektur ist wichtig!

Die Korrektur musste endlich her und ist gesund. Später wäre sie noch schlimmer geworden. Ich sehe keine! Trendwende, dafür sind die Zinsen noch zu niedrig. Es können aber harte Tage und Wochen werden. In der dritten Welle nach unten muss auf jeden Fall mit der vorhandenen Liquidität gekauft werden. Gold und auch Silber bleiben hervorragende Investitionsmöglichkeiten. Wenn dort der Knoten überfällig platzt, geht es kräftig bergauf. Alles andere kann getrost gemieden werden. Bei den Kryptowährungen fließt das Blut in den Straßen. Minus 70 Prozent stehen nach dem Gemetzel. Die avisierte Blase ist geplatzt, bei einem Verlust von 90 Prozent wird das Ganze erst interessant. Der Bund Future hat mit dem Unterschreiten der 160 ein Kaufsignal geliefert. Hier kann und sollte man sich langfristig positionieren.

 

Zum Autor: Sören Weigelt verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie. Seine Leidenschaft ist die Börse. Bevor er die Mitteldeutsche Vermögensberatung Weigelt & Co. GmbH gegründet hat, war er von 2006 bis 2011 als Vermögensverwalter und zusätzlich zwischen 2006 und 2008 als Mitglied des Vorstandes der Adlatus AG tätig. In den Jahren 2002-2006 verantwortete er als Geschäftsführender Gesellschafter die Vermögensverwaltung in der Adlatus GmbH. Er ist Mitbegründer der Adlatus GmbH. Als Wertpapierspezialist bei der HypoVereinsbank AG in Chemnitz betreute er von 1997-2002 ein Kundenvermögen von EUR 100 Mio. Zusätzlich war er zwischen 2000 und 2002 als Leiter der Wertpapierabteilung sowie als Stellvertretender Leiter der Vermögensanlage Sachsen tätig. Er führte ein Team von 40 Mitarbeitern in verschiedenen Filialen. Eine Auszeichnung als einer der erfolgreichsten Individualkundenbetreuer erfolgte im Jahre 2000 in Form eines Auslandsaufenthalts bei der HypoVereinsbank AG in New York. Sören Weigelt begann seine Karriere nach Abschluss der Lehre zum Bankkaufmann als Kundenberater (1991-1993) und im Anschluss als Individualkundenbetreuer (1995-1997) in der Bayerische Vereinsbank AG. Sören Weigelt verfügt über einen Abschluss der Bankakademie Frankfurt/M. als geprüfter Bankfachwirt. Er ist auch Vortragsredner und Kolumnist.