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Börsenexperte Sören Weigelt berät Sie gerne rund um die Themen Börse, Aktien und Co. Schreiben Sie uns!

In den vergangenen Tagen erreichten die Aktienmärkte etliche Kennzahlen der Superlative auf der Negativseite. An der Wall-Street wurden innerhalb von 5 Tagen über 2,3 Billionen USD aus der jüngsten Blase abgebaut. Die Volatilitätsindizes, auch Angstbarometer genannt, sprangen auf Panikniveau. In den Gesichtern der Börsianer und Aktienhändler, war das Wort Angst auf der Stirn zu erkennen. Unter hohen Umsätzen rauschten die Kurse in die Tiefe. In den Medien gibt es nur noch ein Thema, wir alle werden zu Virologen und Pandemieexperten geschult. Diese Hysterie ist tausendmal gefährlicher als das Virus selbst. Nach derzeitigen Berechnungen sollte uns Corona um die 0,3 Prozent Weltwirtschaftswachstum kosten. Danach stünde bereinigt der globale Zuwachs immer noch bei stolzen 3 Prozent in der Wirtschaftsleistung. Zudem sind Käufe sowie Investitionen nur auf das zweite Halbjahr verschoben und nicht aufgehoben. Nach dem Dämpfer werden wir Aufholeffekte sehen, die von den Börsenkursen demnächst vorweggenommen werden. Es wird ein Leben nach Corona geben, als Vorbild gelten ähnliche Verläufe aus den zurückliegenden Jahrzehnten. Die Korrektur war überfällig, notwendig und verläuft nach Plan. Natürlich macht das Ganze keine Freude, gehört aber an der Börse unweigerlich dazu. Mit dem Liquiditätsaufbau im Januar lagen wir richtig, am vergangenen Katastrophenfreitag bin ich auf die Käuferseite gewechselt und habe für alle Kunden die ersten Investitionen getätigt. Jetzt beginnen die Bodenbildungsphase und die Findung eines Gleichgewichts. Der Großteil der Korrektur ist abgearbeitet, hektische Zuckungen in beide Richtungen werden uns über den März noch erhalten bleiben. Es ist aber die Zeit der Käufe. Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 12 ist der Deutsche Aktienindex preiswert, Zinsen gibt es nicht. Damit sind die Vorzeichen klar und wir können uns demnächst auf steigende Notierungen freuen. Gestern senkte die amerikanische Notenbank im Coronawahn überraschend die Leitzinsen. Vom Timing her war dies nicht besonders intelligent, der erfahrene Börsianer lehnt sich trotzdem auf Sicht der nächsten Monate spätestens jetzt entspannt zurück.

 

Alles raus

Wenn Menschen in den Panikmodus schalten, wird das Gehirn ausgeknipst und es kommen nur noch unsere nackten Überlebensinstinkte zum Vorschein. Massenpsychologie verläuft immer nach dem bekannten Muster. Zum Ende der letzten Woche wurde alles aus dem Depot geschmissen. Darunter befanden sich auch die Edelmetalle, unsere billigste Anlageklasse. Sonst gilt diese in Krisenzeiten als sicherer Hafen, für ein paar Tage wurde diese Regel außer Kraft gesetzt. Gold und Silber wurden regelrecht abgeschlachtet. Panik und fehlende Geduld sind an der Börse die allerschlimmsten Begleiter. Mittlerweile legten beide Metalle wieder kräftig zu und konnten die Hälfte der erlittenen Verluste bereits aufholen. Die alten Kursziele bleiben unverändert bestehen, Käufe können getätigt werden. Beim Öl verhält sich die Situation ähnlich. Die Konjunktur kommt im Jahresverlauf erneut in Schwung und damit auch der Ölpreis.

 

Im Zockerparadies

Den Vogel schossen mal wieder die Anleihemärkte ab. Mit den starken Angstkäufen und den damit verbundenen Kurssteigerungen bewegen wir uns abermals im Negativzinsbereich. Die Deutschen sind ein Volk von Angsthasen, hamstern im Supermarkt und bei festverzinslichen Wertpapieren. Mit 178 Zählern erreichte der Bund-Future seinen alten Rekord. Schnäppchenjäger greifen zu und wechseln auf die andere Seite. Bei einer Entspannung der Gesamtsituation, wird diese Höhe nicht zu halten sein. Mittlerweile sind die Anleihemärkte zum größten Spielcasino der Welt verkommen. Mit Milliardenbeträgen wird auf die dritte Stelle nach dem Komma gezockt. Der Knall ist vorprogrammiert, kann aber von allen Institutionen auf der Welt bisher bestens verhindert werden.

 

 

Momentan muss man den Markt permanent neu Analysieren. Wir übernehmen diesen Job für Sie! Schreiben Sie uns einfach!

 

Zum Autor: Sören Weigelt verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie. Seine Leidenschaft ist die Börse. Bevor er die Mitteldeutsche Vermögensberatung Weigelt & Co. GmbH gegründet hat, war er von 2006 bis 2011 als Vermögensverwalter und zusätzlich zwischen 2006 und 2008 als Mitglied des Vorstandes der Adlatus AG tätig. In den Jahren 2002-2006 verantwortete er als Geschäftsführender Gesellschafter die Vermögensverwaltung in der Adlatus GmbH. Er ist Mitbegründer der Adlatus GmbH. Als Wertpapierspezialist bei der HypoVereinsbank AG in Chemnitz betreute er von 1997-2002 ein Kundenvermögen von EUR 100 Mio. Zusätzlich war er zwischen 2000 und 2002 als Leiter der Wertpapierabteilung sowie als Stellvertretender Leiter der Vermögensanlage Sachsen tätig. Er führte ein Team von 40 Mitarbeitern in verschiedenen Filialen. Eine Auszeichnung als einer der erfolgreichsten Individualkundenbetreuer erfolgte im Jahre 2000 in Form eines Auslandsaufenthalts bei der HypoVereinsbank AG in New York. Sören Weigelt begann seine Karriere nach Abschluss der Lehre zum Bankkaufmann als Kundenberater (1991-1993) und im Anschluss als Individualkundenbetreuer (1995-1997) in der Bayerische Vereinsbank AG. Sören Weigelt verfügt über einen Abschluss der Bankakademie Frankfurt/M. als geprüfter Bankfachwirt. Er ist auch Vortragsredner und Kolumnist.

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