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Märkte bleiben in Feierlaune

Börsenexperte Sören Weigelt berät Sie gerne rund um die Themen Börse, Aktien und Co. Schreiben Sie uns!

In den vergangenen Wochen gab es wiederholt nur eine kurze Verschnaufpause an den westlichen Aktienmärkten. Eine richtige Bereinigung oder eine echte Korrektur im Aufwärtstrend sieht anders aus. So klettern die Preise auf die nächsten Rekordniveaus. Während die amerikanischen Dividendentitel als sehr teuer angesehen werden müssen, ist die Bewertung der einheimischen Pendants noch vertretbar. Hier liegt dann auch die Krux für die taktischen Überlegungen. Niemals in der Börsengeschichte konnten sich die europäischen Indizes von der US-Leitbörse abkoppeln. Wenn die Wall-Street hustet, erkrankt der gesamte Rest im Westen. Lediglich Märkten wie China, Japan sowie Indien gelang der Gang in die Unabhängigkeit. Im erwähnten Reich der Mitte wächst mehr und mehr die Wahrscheinlichkeit auf ein Comeback. Seit zwei Monaten gehören chinesische Aktien zu den erfolgreichsten Investments. Natürlich startete diese Aufholjagd von einem sehr tiefen Niveau. Nach dem Crash in den zurückliegenden Jahren keimen Hoffnungen auf. 1,4 Milliarden fleißige Menschen vermelden ihre Ansprüche. Die Regierung, die durch starke Regulierung die eigenen Firmen in die Schranken wies, trifft Maßnahmen zur Wirtschaftsbelebung. Chinesische Aktien gehören zu den billigsten auf dieser Welt. Zum Teil kosten sie nur ein Viertel ihrer amerikanischen Vergleichswerte. Im Bereich Automobil sowie Künstliche Intelligenz fährt China dem Westen davon. Es gibt derzeit keine Inflation, die Zinsen bewegen sich auf Tiefstständen. Als Probleme verharren der Handelskrieg mit den USA und der schwelende Konflikt mit Taiwan. Nichtsdestotrotz besteht die Variante einer Abkopplung von den teuren Restbörsen, verbunden mit einer Stützung für die Weltkonjunktur.

Kauflust flackert auf

Zaghaft kehrt das Kaufinteresse bei Edelmetallen zurück. Damit wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt die wichtigen Verteidigungslinien behauptet. Silber schaffte sogar den Sprung über 28 USD pro Feinunze. Unterstützung erhielten die Optimisten durch schwächer ausgefallene Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Sofort erhält die Fantasie zu früheren Leitzinssenkungen in den USA neue Nahrung. Solche Hoffnungen verleihen den Edelmetallen Attraktivität. Ihre bisherige Stärke in einem hohen Zinsumfeld grenzt an ein kleines Wunder. Welches Potential steckt erst in dieser Anlageklasse, wenn sich die Zinsen auf dem Rückzug befinden. Daneben bleibt das Bestreben etlicher Länder ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern, bestehen. Folglich erfahren Bestände der US-Devise einen Tausch in Gold. Silber sollte von einer Angebotsknappheit sowie steigender industrieller Nachfrage profitieren. Öl schwächelt horizontal in einer Seitwärtsphase. Hoffnungen auf einen Waffenstillstand im Nahen Osten sorgten für Druck. Trotzdem kann dies eine trügerische Stille sein. Blockiert der Iran doch noch die Straße von Hormus, wären kräftige Aufschläge die Folge. 30 Prozent des weltweiten Handels fließen durch diese Passage. Zudem sollte China als größter Nachfrager des Schwarzen Goldes durch die eigene wirtschaftliche Erholung zurückkehren. Insgesamt geschieht eine Wiederentdeckung von Rohstoffen. Dementsprechend erfolgte in den Depots der Erwerb einer diesbezüglichen Position.

Zinsen als Diskussionsthema Nummer Eins

Langsam wirft die mit Spannung erwartete Sitzung der Europäischen Zentralbank ihre Schatten voraus. Am 06. Juni 2024 treten die Notenbanker zu ihrer aktuellen Zinsentscheidung zusammen. Seit dem 20.09. 2023 gelten 4,5 Prozent als Hauptrefinanzierungssatz für die Eurozone. Nun steht unter Umständen die erste Lockerung im Raum. Die Wetten laufen zumindest für eine Herabsetzung um 0,25 Prozentpunkte. Erheblich gehen dagegen die Meinungen zur zukünftigen Politik der Federal Reserve auseinander. Zuletzt gab es für eine baldige Senkung keinerlei Argumente. Zu weit weg bewegten sich die Inflationszahlen in den USA von den gesteckten Zielen. Konsumenten -und Produzentenpreise verharren über 3 Prozent. Die FED strebt eine Größenordnung von 2 Prozent an. Wir sehen in Kürze bei der Veröffentlichung neuester Preisdaten eine Tendenz, wohin die Reise geht.

 

 

 

Märkte bleiben in Feierlaune
Zum Autor: Sören Weigelt verfügt über 25 Jahre Berufserfahrung in der Finanzindustrie. Seine Leidenschaft ist die Börse. Bevor er die Mitteldeutsche Vermögensberatung Weigelt & Co. GmbH gegründet hat, war er von 2006 bis 2011 als Vermögensverwalter und zusätzlich zwischen 2006 und 2008 als Mitglied des Vorstandes der Adlatus AG tätig. In den Jahren 2002-2006 verantwortete er als Geschäftsführender Gesellschafter die Vermögensverwaltung in der Adlatus GmbH. Er ist Mitbegründer der Adlatus GmbH. Als Wertpapierspezialist bei der HypoVereinsbank AG in Chemnitz betreute er von 1997-2002 ein Kundenvermögen von EUR 100 Mio. Zusätzlich war er zwischen 2000 und 2002 als Leiter der Wertpapierabteilung sowie als Stellvertretender Leiter der Vermögensanlage Sachsen tätig. Er führte ein Team von 40 Mitarbeitern in verschiedenen Filialen. Eine Auszeichnung als einer der erfolgreichsten Individualkundenbetreuer erfolgte im Jahre 2000 in Form eines Auslandsaufenthalts bei der HypoVereinsbank AG in New York. Sören Weigelt begann seine Karriere nach Abschluss der Lehre zum Bankkaufmann als Kundenberater (1991-1993) und im Anschluss als Individualkundenbetreuer (1995-1997) in der Bayerische Vereinsbank AG. Sören Weigelt verfügt über einen Abschluss der Bankakademie Frankfurt/M. als geprüfter Bankfachwirt. Er ist auch Vortragsredner und Kolumnist.